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- Heide Nürnberger Buchverlag
Sonstige Bücher
Dietrich Novak ISBN 978-3-943018-22-6
Een Schnäpperkin löst de Zunge Vergnügliches vom Stammtisch rund um die Berliner Redensarten und
Sprüche Ortsteil Wedding In
einer typischen Alt-Berliner Kneipe treffen sich jeden Mittwoch vier Männer,
wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Hotte ist Witwer, Jünne
geschieden, Helmut verheiratet und der ewige Junggeselle Manne lässt es sich im
Hotel Mama gut gehen. Was sie verbindet, ist die Liebe zu ihrer Geburtsstadt
Berlin und besonders zum Stadtteil Wedding, in dem sie aufgewachsen sind und wo
sie alle noch wohnen.
In
gelöster Stimmung diskutieren die vier über Gott und die Welt und geben unermüdlich
Berliner Sprüche, Redewendungen und Weisheiten von sich. Übertroffen werden sie
in dieser Hinsicht einzig von den beiden Wirtsleuten Erna und Erwin, die immer
einen lockeren Spruch auf den Lippen haben. Dabei erfährt der Leser allerlei
Wissenswertes über den Wedding gestern und heute. So gibt es kleine
Abhandlungen über die Bernauer Straße, die „Elektrische“, die ehemaligen Kinos,
den Humboldthain, die Rehberge, die Warenhäuser, Alt-Berliner Sitten und
Gebräuche und vieles mehr. Zur Bestellung für den Buchhandel Zur Bestellung in unserem Büchershop
Begeben
Sie sich auf eine vergnügliche Zeitreise und lassen Sie sich vom Berliner Humor
gefangen nehmen, der durchaus wehmütige Untertöne haben kann, aber immer frech,
bisweilen sogar etwas respektlos, aber nie wirklich böse gemeint ist. Genießen
Sie informative Unterhaltung rund um den Berliner Dialekt und dessen Ursprünge
zum Kennenlernen, Schmunzeln und Erinnern.
Leseprobe
„Mensch,
Hotte, wir dachten schon, du kommst nich’“, klang es vielstimmig an diesem
Mittwoch. „Tut ma leid,
ick bin vor de Glotze einjenickt und hab’ vapennt.“ „Na, nu’
biste ja da“, sagte Helmut. „Willste ooch’n Bräßering?“ „Wat will
ick?“ „Na, `nen
Bräßering, Brathering uff Englisch.“ „Sach ma’, du
willst wohl’n ollen Mann vaäppel’n? Seit wann quatschst du denn perfekt
auswärts? Und du willst ma doch nich’
weismachen, dat wa hier welche kriejen?“ „Wenn icks
dir sage. Als ick letzet Mal `ne Stange Wasser in de Ecke jestellt habe, bin
ick bei Erna an de Küche vorbeijekommen. Und die hat mir erzählt, dass se am
Wochenende Heringe brät. Erna, haste Bratheringe oder nich’?“ „Klah, wie
ville Kilo willsten?“, rief Erna von der Theke aus herüber. „Wart ma’, ick
komme.“ „Mensch,
Erna, ick bin ja hin und wech“, sagte Hotte wenig später zu der dicken Wirtin.
„Haste da wirklich die Arbeet jemacht oder nur’n paar Büchsen uffjemacht?“ „Von wejen,
selbst jebraten und einjelecht. Inzwischen sind se schön durchjezogen. Ihr
könnt’ ooch frische Bratkartoffeln dazu ha’m. Nur müssta euch in den
Nichtraucharaum bemüh’n. Nich’ dasser ma de Teller mitsamt de Jrät’n untern
Tisch schmeißt, wenn eener nach Ordnungsamt riecht.“ „Is jebongt,
Erna“, sagte Hotte. „Für mir mit Bratkartoffeln und schön ville Bollen.“ „Ja, für mir
ooch“, fügte Jünne hinzu. „Ick nehme se
nur mit Brot, und mit wenich Zwiebeln“, meldete sich nun Helmut. „Du hast wohl
Angst, dass de von deine Karin ausquartiert wirst, wejen Platzkonzert und so?“,
meinte Hotte. „Das hast du ja nicht nötich. Du weeßt ja, wo
deine Holde liegt, nämlich uff’m Friedhof. Und damit jeht’s dir besser als so
manch eenem.“ „Stimmt, aber
ick wär trotzdem froh, wenn ick se noch hätte. Und du, Manne? Leistest de uns
nur Jesellschaft? Denn wahrscheinlich macht da Muttern selbst welche.“ „Nein, leider
nicht. Sie meint, danach stinkt die Wohnung noch tagelang. Und außerdem sind
die aus der Büchse heute auch schon ganz gut.“ „Find ick
nich’. Et jeht nischt über selbst jemachte“, sagte Jünne. „Na denn kommt Jungs,
jeh’n wa in de sterile Bude rüber, wenichstens darf ma da noch sein Bier saufen.“ Gesagt,
getan, die vier ließen es sich gut schmecken und kamen danach wieder an ihren
Stammtisch zurück. „Nu werd’ ick
da ooch ma’ wat frag’n“, sagte Hotte zu Helmut. „Weeßte, wat’n Pacheidel is’?“ „Nee, aber du
wirst es mir bestimmt gleich sagen.“
Dietrich NovakScharf jeschnitten und spitz jequatscht
Plaudereien beim Friseur rund um die Berliner Sprüche und Redensarten
Ortsteil Moabit 978-3-943018-32-5 Erscheinungstermin 30.06.2012
Am
Montagnachmittag bleibt der „Salon Marina“ in Berlin-Moabit für die Kundschaft
geschlossen. Denn da empfängt die Inhaberin ihre drei Freundinnen, die vom
Alter und in ihrer Wesensart sehr unterschiedlich sind. Zwei der Damen sind
Urberlinerinnen, wie Marina auch, die andere ist zwar zugereist, aber längst
gefühlte Berlinerin. In entspannter Atmosphäre macht Marina ihnen die „Haare
krumm“. Bei Kaffee und Kuchen plaudern die vier über die großen und kleinen
Sorgen, wobei natürlich auch die Männer ihr Fett wegbekommen.
Ganz nebenbei
erhält der Leser Informationen über das Moabit von damals und heute. Erinnerungen
an längst vergessene Gebäude und Vergnügungsstätten dieses Stadtteils werden
wach. Und immer steht der typische Berliner Humor mit seinen Sprüchen und
Redensarten im Vordergrund. Lassen Sie
sich gut unterhalten und lachen Sie mit, wenn auch mitunter die berühmte „Träne
im Knopfloch“ dabei ist.
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Leseprobe
„Hallo,
Friedel“, begrüßte sie Marina herzlich. „Einmal Waschen und Hinlegen oder doch
lieber Waschen und Stöhnen?“
Mit
„Hinlegen“ war das Aufdrehen mit Lockenwicklern gemeint, und mit „Stöhnen“ das
Föhnen, aber das bedurfte längst keiner Erklärung mehr, denn es war ein
Running-Gag zwischen ihnen, den Friedel erfunden hatte.
„Von wejen
Hinlejen, dir helf ick jleich. Ick will ja nich’ wie meine eijene Großmutter
aussehen“, grinste Friedel. „Hoffentlich is’ der Kaffe schon fertich.“
„Klar, wat
denkst du denn? Komm rin, denn kannste rauskieken.“
Als Friedel
ihre Jacke ablegte, kam die nächste: Sylvia, mehr oder minder glücklich
verheiratet und halbtags als Verkäuferin tätig. Auch ihr sah man ihr
fortgeschrittenes Alter nicht an. Sie war zwar Ende Vierzig, wurde aber meist
um zehn Jahre jünger geschätzt.
„Na, ihr
beeden? Habter mir noch `ne Pfütze Kaffe übrich jelassen?“, fragte sie munter,
nachdem sie beide Frauen umarmt hatte.
Keine von
beiden konnte antworten, denn in diesem Moment betrat auch Linda, die mit ihren
einundvierzig Jahren die Jüngste war, das Geschäft.
„Entschuldigt,
Kinder, aber ihr wisst doch, ich habe vorher immer meine Kosmetik…“
„Heute biste
aber nich’ dranjekommen, wa?“, neckte Friedel sie, wofür sie einen kräftigen
Knuff in die Seite zurückbekam.
„Aua, det is’
respektlos, `ne olle Frau zu hau’n“, tat Friedel übertrieben wehleidig.
„Kommt, ihr
Lieben, lasst uns gleich `ne Lagebesprechung machen. Damit ick weeß, mit wem
ick anfange“, sagte Marina. „Also, Friedel wird nur geföhnt, das mach’ ick
zwischendurch. Und wat habt ihr uff’m Herzen?“
„So manchet,
aber det wirste uns nich’ abnehm’ können“, sprach Sylvia für alle.
„Ach haben
wir wieder Stress mit dem Holden?“, fragte Linda, die nicht in Berlin geboren
war und deshalb nur selten in Dialekt verfiel.
„Stress?
Uff’n Mond könnt’ ick’n schießen, aba der würde jlatt wiederkommen, wie ick’n
kenne.“
„Könn wa uns
den Kummakasten für später uffheben?“, mischte sich Friedel ein. „Marina will
planen. Also, bei mir is’ nich’ nur Föhnen. Meine Strähnen müssen uff-jefrischt
wer’n, die sind schon mehr Miss Piggy wie pink.“
Autorenvita
Als
typisches Kind der fünfziger Jahre galt Dietrich Novaks Interesse schon immer
dem Film, den schönen Künsten und seiner Heimatstadt Berlin. Sein Interesse für
Film und Theater und die entsprechenden Kontakte ermöglichten ihm in reiferen
Jahren, sich einen Traum zu erfüllen und selbst als Schauspieler auf der Bühne
zu stehen. Schon bald schrieb er eigene Theaterstücke, die allesamt zur
Aufführung kamen. Nebenher verfasste er Romane und Drehbücher, in denen er
seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Heute konzentriert er sich hauptsächlich
auf das Schreiben. Er beschäftigt sich auch gerne mit der jüngsten
Vergangenheit und hält mitunter einen nostalgischen Rückblick auch auf das
eigene Leben. Seine Liebe gilt den fünfziger Jahren mit ihrem
Wirtschaftswunder. Als Maler kann er auf diverse erfolgreiche Einzel- und
Gruppenausstellungen zurückblicken.
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