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- Heide Nürnberger Buchverlag
Maria hats nicht leicht
Inken Weiand Maria hat's nicht leicht 1. Auflage ISBN 978-3-943018-26-4 Erscheinungstermin 31.01.2012
Wer hat
Markus’ Burg zerstört? Warum darf man auf der Nachbareinfahrt keine Bilder
malen – und warum später doch? Wie kommt Marias Bild in die Ausstellung? Und
wer ist nun eigentlich ihr Lieblingsbruder?
Maria ist
fünf. Sie geht in den Kindergarten, spielt gerne und macht auch einmal Unfug, so
wie viele andere Kinder auch. Aber sie hat etwas, das nur wenige andere Kinder
haben: Sie hat vier Brüder. Matthäus, Markus, Lukas und Paul heißen sie, und
mit ihnen kann man täglich eine ganze Menge erleben. Ein Buch vom
Streiten und Vertragen, vom Großwerden und von dem, was zählt… Zum Vorlesen
oder Selberlesen. Lesealter: 5-8
Maria hat’s
nicht leicht – Marias Lieblingsbruder – Eine schöne Bescherung – Von der
Vergebung – Am besten gäbe es dich nicht – Brüder sind lästig – Brüder sind
klasse! – Feste – Der Langweiler – Ein Musical – Singen Sie doch alle mit! –
Das Püppchen Irene – Im Garten – Die armen Kinder – Die schwierige Nachbarin –
Ein komisches Bild – Das ist meine Maria! – Maria wird groß
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Leseprobe Manchmal
fragt jemand Maria, welcher Bruder eigentlich ihr Lieblingsbruder ist. Dann
muss Maria überlegen.
Matthäus,
denkt sie, Matthäus ist bestimmt mein Lieblingsbruder. Er hat Maria das
Schreiben beigebracht, und noch so einige andere nützliche Sachen: wie man
einen kleinen Frosch fängt zum Beispiel. Und wie man den Reifen von Marias
Roller aufpumpt. Und wie man wirklich gute Papierflieger faltet. Wenn Matthäus
Hausaufgaben macht, dann darf Maria manchmal bei ihm im Zimmer sitzen. Sie
sitzt an dem kleinen Tisch und malt oder schreibt einen Brief an Matthäus. Ja,
Matthäus ist bestimmt Marias Lieblingsbruder.
Oder doch
Markus?, überlegt Maria. Ja, eigentlich ist wohl Markus Marias Lieblingsbruder.
Markus ist zwar immer erst spät am Nachmittag wieder zu Hause, weil er auf eine
Förderschule geht. Der Schulbus bringt ihn immer erst nachmittags zurück. Aber
dann hat er keine Hausaufgaben mehr auf. Und meistens spielt er dann mit Maria.
Fußball zum Beispiel. Oder Markus trägt Maria auf dem Rücken durch das ganze
Haus. Markus ist stark, wirklich. Manchmal sitzen sie auch in Markus’ und
Lukas’ Zimmer und bauen Legoautos. Dann lassen sie die Autos mit voller Kraft
gegeneinander sausen. Und wessen Auto weniger kaputtgeht, der hat gewonnen.
Früher hat immer Markus gewonnen, aber inzwischen gewinnt Maria immer öfter.
Ja, Markus ist wohl Marias Lieblingsbruder.
Oder doch
eher Lukas? Lukas ist gar nicht so viel älter als Maria, nur zwei Jahre. Aber
er geht schon in die Schule. Und er hat nie Lust, Hausaufgaben zu machen. Dafür
hat er die besten Ideen. Zu zweit probieren sie aus, ob Silberlöffel wohl im
Backofen schmelzen. Sie spielen Kletterwand an Papas Bücherregalen. Sie sehen
nach, wie ein Kaktus unter der Erde aussieht. Sie bauen ein Flugzeug aus fast
allen Möbeln in Lukas’ und Markus’ Zimmer und fliegen damit nach Afrika. Mit
Lukas wird es nie langweilig. Ja, wahrscheinlich ist Lukas Marias
Lieblingsbruder.
Aber wie ist
es mit Paul? Paul ist noch klein, ja, das ist er. Er geht noch nicht einmal in
den Kindergarten. Mit ihm teilt sich Maria ihr Zimmer. Paul schläft im
Gitterbettchen, Maria unten im Doppelstockbett. Aber bald, wenn Paul drei ist,
dann zieht er ins Doppelstockbett um. Und Maria darf oben schlafen! Mit Paul
kann Maria wunderbar spielen. Er findet einfach alles toll, was Maria
vorschlägt. Sie bauen sich zu zweit eine Bude im Kinderzimmer. Sie kochen
endlos lange mit dem Puppengeschirr. „Nudeln“, sagt Paul. „Mia, Nudeln
dekocht.“ Sie ärgern zu zweit die großen Brüder, wenn die ihre Ruhe haben
wollen. Ja, Paul ist wohl Marias Lieblingsbruder. Oder?
Manchmal
fragt jemand Maria, wer wohl ihr Lieblingsbruder ist. Dann überlegt Maria. Und
dann sagt sie: „Alle vier!“
Die Autorin
Inken Weiand,
Jahrgang 1968, studierte Mathematik und lebt heute als Autorin und Familienfrau
mit Mann und drei Kindern bei Bad Münstereifel. In ihrer evangelischen
Kirchengemeinde engagiert sie sich in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit,
Kirchenmusik sowie Gottesdienstgestaltung.
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